Dialyse: Wissen schafft Vertrauen

Vielleicht geht es Ihnen, wie vielen anderen Betroffenen: Das Thema „Blutwäsche“ ist häufig mit Ängsten und Befürchtungen verbunden, das Wort „Dialyse“ vielleicht gar ein rotes Tuch, über das man am liebsten nicht spricht. Genau dann sollten Sie weiterlesen: Wir denken, dass sachliche Informationen über das Thema Dialyse das beste Mittel gegen Ängste und häufig auch unberechtigte Vorurteile im Zusammenhang mit Dialyse ist. Damit wir Sie informieren können, sollten Sie offen und frei über alles sprechen, was Sie hierüber wissen möchten, gehört haben oder befürchten.

Bei der Hämodialyse handelt es sich um ein so genanntes extrakorporales (außerhalb des Körpers), intermittierendes (mit zeitlichen Unterbrechungen) erfolgendes Nierenersatztherapieverfahren. In der Regel erfolgt die Dialyse dreimal pro Woche über einen Zeitraum von circa vier bis fünf Stunden, wobei sowohl die Frequenz der Dialysesitzungen als auch deren Dauer individuell nach der erzielten Dialyseeffektivität – abhängig  von der Reinigungsleistung inklusive subjektiver Verträglichkeit – festgelegt werden. Je nach eingesetztem bzw. überwiegend wirkendem physikalischem Prinzip, das im Folgenden in Klammern genannt wird, unterscheidet man Hämodialyse (Diffusion), Hämofiltration (Konvektion) und Hämodiafiltration (Diffusion und Konvektion).

Weit über 90% der Dialyse-Behandlungen verlaufen vollkommen komplikationslos, dennoch können gelegentlich Komplikationen auftreten. Daher ist es wichtig, dass ein geschultes und kompetentes Personal jederzeit zur Verfügung steht.

 „Jeder Mensch ist anders – jede Dialysebehandlung ist also entsprechend individuell.“
Ein bisschen lässt sich der Ablauf einer Dialysebehandlung mit einem Flug vergleichen:

1. Vorbereitung

Eine sichere und für Sie verträgliche Dialyse beginnt, ähnlich wie ein Flug, lange bevor Sie die Praxis betreten. Zahlreiche Vorbereitungen werden an Ihrem Platz und an der Maschine erledigt, damit Sie eine individuell auf Sie und Ihre medizinischen Bedürfnisse abgestimmte Dialyse erhalten. Für Ihre Fragen und Anliegen steht eine Dialysemitarbeiterin von Betreten bis zum Verlassen der Dialysepraxis nach erfolgter Behandlung jederzeit zur Verfügung. Darüber hinaus werden Sie kurz nach Beginn der Dialyse von dem zuständigen Arzt visitiert und haben Gelegenheit, mit ihm alles Weitere zu besprechen.
 

2. Unmittelbar vor Dialysebeginn

Vor Beginn der Dialyse werden Sie nach Ihrem aktuellen Befinden und etwaigen Vorkommnissen nach der letzten Dialysebehandlung gefragt. Aufgrund Ihres Gewichtes, das bei Betreten der Dialysepraxis ermittelt wird, wird das zu entfernende, überschüssige Körperwasser berechnet. Dies ist eine der wichtigsten Größen, die für die Dialyse-Behandlung benötigt werden. Nachdem Sie es sich auf Ihrem Platz  bequem gemacht haben, werden Blutdruck und Puls gemessen und Ihr Dialysezugang entweder punktiert  – sofern ein Shunt besteht – beziehungsweise die Maschine an den Dialysekatheter angeschlossen.

3. Beginn der Dialyse

Die Dialyse beginnt: Ihr mit diversen Stoffwechselendprodukten angereichertes, zu entgiftendes Blut wird mittels einer Blutpumpe in einem Schlauch zum Filter – bezeichnet als Dialysator, Kapillare oder künstliche Niere – befördert. Hier erfolgen durch physikalische Prozesse wie Diffusion, Konvektion und Ultrafiltration die Entgiftung Ihres Blutes sowie die Korrektur des Wasser-haushaltes. Diese Vorgänge sind schmerzfrei, die Entgiftung tut also nicht weh. Da es bei zu großem oder zu raschem Flüssigkeitsentzug unter anderem zu Blutdruckschwankungen und Muskelkrämpfen kommen kann, achten wir auf einen schonenden Entzug und moderate Flüssigkeitsaufnahme zwischen den Dialysebehandlungen.
4. Während der Dialyse
„Ausreichende Dialysezeit ist durch nichts ersetzbar.“
Während die Behandlung läuft, haben Sie Zeit. Auf Wunsch servieren wir Ihnen eine warme oder kalte Mahlzeit. Sie können und sollten die Dialysezeit nutzen, indem Sie beispielsweise Lesen, Fernsehen, Radiohören oder – noch besser – sich aktiv während der Dialysebehandlung körperlich betätigen. Hierfür haben wir zahlreiche Geräte, unter anderem Bett- und Liegen-Fahrradergometer und geschultes Personal, das Sie entsprechend betreut und motiviert. Körperliche Aktivität während der Dialyse trägt zu einem besseren Befinden während und zwischen den Dialysebehandlungen bei. Eine ausreichende Dialysezeit lässt sich durch nichts ersetzen und ist die entscheidende Größe für eine effektive und subjektiv gut verträgliche Dialyse. Sie sollten während der Dialyse alles berichten, was Ihnen an und in Ihnen auffällt! So lassen sich beginnende Komplikationen häufig frühzeitig erkennen und abwenden. Außerdem werden Sie und Ihre Maschine engmaschig von geschultem Personal überwacht.
5. Ende der Dialyse
Gegen Ende der Dialyse werden Vorbereitungen zum Beenden der Behandlung getroffen. Unter anderem können bestimmte Medikamente nach Dialyse gegeben werden und Blut für spezielle Laboruntersuchungen abgenommen werden. Das geht während der Dialyse übrigens ganz schmerzfrei durch Entnahme aus dem Schlauchsystem. Dann wird die Dialyse beendet.
Sofern Sie über einen Gefäßzugang am Arm verfügen, werden Sie selber
diesen nach Entfernen der Nadeln abdrücken oder erhalten hierfür notwendige Hilfe und Anleitung.

Das so genannte Abdrücken Ihres Shunts ist ein sehr wichtiger Teil der Pflege Ihrer Lebensader, der gelernt sein will. Auch hierbei erhalten Sie die nötige Hilfe und Informationen. Gegen Ende der Behandlung werden Sie und Ihr Kreislauf engmaschig überwacht und das Gewicht nach Dialyse ermittelt. Wenn alles stabil ist, verlassen Sie die Dialysepraxis und erhalten den Termin für die nächste routinemäßige Behandlung.