Nierenschutz heißt Gefäßschutz: Beachten Sie folgende Risiken

Aus den Erfahrungen vieler Jahre Praxisarbeit entwickelte sich die Idee, einen Schwerpunkt unserer medizinischen Bemühungen in den Praxen Dr. Braun genau am anderen Ende des Krankheitsverlaufes, idealerweise noch vor dem Auftreten erster Krankheitszeichen, zu setzen. Denn: Nierenschutz bedeutet in vielen Fällen, sich vor allem um den Schutz Ihrer Blutgefäße zu kümmern. Schließlich bestehen Ihre Nieren überwiegend aus Blutgefäßen und gehören zu den mit am besten durchbluteten Organen Ihres Körpers.
Bluthochdruck
Sie kennen vielleicht das griffige Motto: "Je niedriger, desto besser!"
Dies gilt in den meisten Fällen, insbesondere beim Vorliegen von Erkrankungen der Nieren. Der Idealwert von 120/80 mmHg gilt nicht pauschal und hängt nach neuen Erkenntnissen vom Vorliegen und der Art der Begleiterkrankungen ab. Wichtig ist, dass Sie Ihren Blutdruck korrekt selber messen können und die Werte auch dokumentieren. Wie das geht, lernen Sie bei uns. Und bringen Sie bitte Ihre häuslich gemessenen Blutdruckwerte zu jedem Arztbesuch mit!
Mikroalbuminurie
Mikroalbuminurie heißt, dass im Urin geringe Eiweißmengen nachweisbar sind. Wobei "gering" nicht mit "harmlos" verwechselt werden sollte. Sie ist ein moderner Marker für Gefäßstress. Normalerweise findet sich so gut wie kein Eiweiß im Urin - schließlich benötigt Ihr Körper diesen kostbaren Baustoff selber! Eine Mikroalbuminurie tut nicht weh und ist für Sie nicht sichtbar. Wir müssen also gezielt nach ihr suchen, entweder orientierend mittels spezieller Urin-Teststreifen oder präziser durch Bestimmung im Labor. Sollte bei Ihnen eine Mikroalbuminurie bestehen, werden wir die Ursache hierfür genau abklären. Denn die Mikroalbuminurie signalisiert häufig, dass es Ihren Blutgefäßen derzeit nicht allzu gut geht und sie dringend Hilfe benötigen!
Fettstoffwechselstörung
Stoffwechselkrankheiten wie Fettstoffwechselstörungen treten oft in der Folge von Übergewicht auf: mit den Kilos steigen auch die Blutfettwerte in die Höhe. Bei den meisten Gesunden ist die Aufnahme des Cholesterins mit der Nahrung nicht entscheidend für den gemessenen Blutfettwert. Sollten bei Ihnen jedoch Risikofaktoren für oder bereits erlittene Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen, sieht es allerdings anders aus. Eine umfassende laborchemische Analyse Ihres individuellen Fettstoffwechsels ist dann von großer Bedeutung. Das Team der Praxen Dr. Braun berät Sie gerne, welche Möglichkeiten es gibt, durch Umstellung Ihrer Ernährungsgewohnheiten sowie Steigerung Ihrer regelmäßigen körperlichen Aktivität die evidenzbasierten Zielwerte für Gesamtcholesterin und "böses" LDL-Cholesterin zu erreichen.
Übergewicht
Übergewicht ist aus präventivmedizinischer Sicht von ganz großer Bedeutung. Übergewicht spielt eine zentrale Rolle in der Entstehung von Zivilisationskrankheiten wie Typ 2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Schlaganfall sowie unter anderem bei Gelenkbeschwerden, bestimmten Tumorarten, Nierenerkrankungen und zunehmenden mentalen Defiziten im Alter (Demenz). Mit der offensichtlichen Schlussfolgerung "Sie müssen abnehmen!" wurden vielleicht auch Sie bereits einmal konfrontiert - und allein gelassen. Geben Sie nicht auf! Den entscheidenden ersten Schritt müssen noch immer Sie tun. Wir unterstützen Sie dann gerne auf Ihrem weiteren, ganz persönlichen Weg der Gewichtsreduktion mit unserem seit 2005 angebotenem, medizinisch betreutem Ernährungsprogramm.
Rauchen
Die wirksamste präventivmedizinische Maßnahme haben Sie, sofern Sie Raucher/in sind, selbst in der Hand: absoluter Nikotinverzicht (Motto: "no nicotine").
Stress
Stressabbau ist von großer Bedeutung für den Erhalt Ihrer psychischen und physischen Gesundheit. Wir machen Sie gerne mit leicht erlernbaren Methoden der Selbst-Entspannung bekannt, die sich positiv auf Ihr Befinden auswirken und bei regelmäßiger Anwendung helfen, belastenden Situationen effektiv zu begegnen und gelassener zu werden.
Hoher Homocystein-Spiegel
Homocystein ist eine schwefelhaltige, schädliche Aminosäure, die im Stoffwechsel anfällt und von Ihrem Körper normalerweise rasch abgebaut wird. Hierfür werden verschiedene B-Vitamine (B12 und Folsäure) benötigt.
Erhöhte Homocysteinblutspiegel finden sich daher häufig bei einem Mangel an biologisch verfügbarem Vitamin B12 oder Folsäure. Hohe Homocysteinspiegel wurden unter anderem bei verschiedenen kardiovaskulären Erkrankungen wie Herzinfarkten, Schlaganfällen, Gefäßverkalkungen der Beinarterien (pAVK) sowie Thrombosen gefunden. Eine Homocysteinbestimmung kann daher helfen, Ihr persönliches kardiovaskuläres Risiko besser einzuschätzen. Ob eine Senkung erhöhter Homocysteinspiegel hier sinnvoll ist, wird aktuell zunehmend kontrovers diskutiert. Interessant sind verschiedene neuere Hinweise auf positive Effekte einer Senkung erhöhter Homocysteinspiegel für die geistige Fitness im Alter.
Typ 2-Diabetes mellitus
Zunächst sollten Sie auf die sowohl inhaltlich unzutreffende als auch fälschlicherweise verharmlosende Bezeichnung "Altersdiabetes" für diese Form der Zuckerkrankheit verzichten. Eher zutreffend wären Bezeichnungen wie "Lifestyle-Diabetes" oder "Wohlstands-Diabetes", da sie besser erfassen, was bei der Entstehung dieser rapide zunehmenden Erkrankung von zentraler Bedeutung ist: eine Kombination mehrerer Faktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel, die alle zu einem Zustand der Hyperinsulinämie (zu viel des blutzuckersenkenden Stoffwechselhormons Insulin im Blut) führen. In der Folge kommt es zur zunehmenden Unempfindlichkeit des Körpers gegenüber Insulin - der so genannten Insulinresistenz. Unsere präventivmedizinischen Bestrebungen leiten sich unmittelbar aus dem Krankheitsverständnis ab und zielen auf eine möglichst umfassende und konsequente Optimierung der verschiedenen Risikofaktoren nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin.
Entzündungen
Zahlreiche biologische Entzündungsstoffe, beispielsweise aus Fettzellen, führen zu einer für die Betroffenen nicht merklichen, subklinischen Entzündung (Inflammation). Durch empfindliche moderne Labormarker lassen sich diese entzündlichen biologischen Prozesse, die Ihre Blutgefäße schädigen und zur Gefäßverhärtung (Arteriosklerose) führen können, nachweisen.